Salmos 88
1Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe bei der Hölle.
2Ich bin geachtet gleich denen, die zur Hölle fahren; ich bin wie ein Mann, der keine Hilfe hat.
3Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkest, und sie von deiner Hand abgesondert sind.
4Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.
5Dein Grimm drücket mich, und drängest mich mit allen deinen Fluten. Sela.
6Meine Freunde hast du ferne von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht auskommen.
7Meine Gestalt ist jämmerlich vor Elend. HERR, ich rufe dich an täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.
8Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? Sela.
9Wird man in Gräbern erzählen deine Güte und deine Treue im Verderben?
10Mögen denn deine Wunder in Finsternis erkannt werden, oder deine Gerechtigkeit im Lande, da man nichts gedenket?
11Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich,
12Warum verstößest du, HERR, meine Seele und verbirgest dein Antlitz vor mir?
13Ich bin elend und ohnmächtig, daß ich so verstoßen bin, und leide dein Schrecken, daß ich schier verzage.
14Dein Grimm gehet über mich, dein Schrecken drücket mich.
15Sie umgeben mich täglich wie Wasser und umringen mich miteinander.
16Eine Unterweisung Ethans, des Esrahiten.
17Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für,
18und sage also: Daß eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.